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Unser Verein besteht seit dem 27.Juni 1886. 2017 hatten wir über 50 Mitglieder. Der Vorsitz wird von Herrn Christopher Moritz geführt.


Anläßlich des hundertjährigen Bestehens 1986 wurde eine Broschüre herausgegeben, die viel interessantes über die Entwicklung des Vereines und die Probleme vergangener Zeiten aufgezeigt hat. Hier ein Ausschnitt aus der Festschrift Imkerverein Jeverland 1886 - 1986:

Der Imkerverein Jeverland wurde am 27. Juni 1886 im Hotel Schütting in Jever gegründet. Der 1. Vorsitzende des "Bienenwirtschaftlichen Vereins" -so sein Name vorher- war der Lehrer Tange in Jever. Unter seiner Leitung fanden die Versammlungen an Sonntagnachmittagen in verschiedenen Orten des Jeverlandes statt. Es begann eine rege Vereinstätigkeit. Von Mitgliedern wurden verschiedene Vorträge über damals wichtige Fragen gehalten, z. B. über: Das Beschneiden des Bienenbaues -Wie sind weisellose Stöcke zu behandeln? -Ist das Abtrommeln zweckmäßig? -Wie ist das Heidschwärmen zu verhindern? -Fütterung der Bienen - Buckelbrut usw. Der Vorsitzende trat eifrig für das Lesen der Bienenzeitung ein. 1888 bestellten die ersten 6 Mitglieder das " Centralblatt", eine Zahl, die sich während seines Vorsitzes auf etwa 20 erhöhte. Sein Ziel war, daß jeder aktive Imker das Blatt erhält. Beschlossen wude zu seiner Zeit auch die Anschaffung eines Blätterstockes zum Preise von 15 M auf Kosten der Vereinskasse. Tange war während der Zeit als Vorsitzender auch Schriftführer. Er schrieb am 3. September 1893: "Am heutigen Tage übergab ich dieses Buch an den Vorsitzenden des neu gegründeten "Imkerverein Jeverland" Herrn Pastor Oetken in Sandel. "

Bis zum 7. Juli 1896, also fast 3 Jahren, wird über keine Versammlung berichtet. Auf dieser Tagung wurde die Neugründung des alten Vereins vorgenommen. " 17 Herren erklärten sofort ihren Beitritt zum neuen Verein. Der alten Namen des Vereins beizubehalten wurde aus verschiedenen Gründen nicht für rathsam befunden und wurde fallen gelassen. "

Auf Anregung des 1. Vorsitzenden, der ja Pastor war, wurden die Versammelten gebeten, nicht mehr an Sonntagen, sondern an Wochentagen zusammenzukommen. Auf der Tagung vom 7. November 1899 hieß es; " Ob die Versammlung nicht wie früher an Sonntagnachmittagen abgehalten werden könnte, wurde dahin beantwortet; Die gewöhnlichen Versammlungen nach wie vor an Werktagen, wenn möglich an Markttagen, abzuhalten, dagegen die Wanderversammlungen an einem Sonntagnachmittag abgehalten werden solle. Wäre dies nicht der Fall gewesen, erklärte der Vorsitzende Herr Pfarrer Oetken, hätte er zurücktreten müssen. "

Die Freude über das einjährige Bestehen des neuen Imkervereins muß groß gewesen sein, heißt es doch im Protokoll vom 3. Mai 1887; "Herr Pfarrer Oetken brachte zum Schluß noch ein Hoch aus auf den 1 Jahr bestehenden Imkerverein, worauf sämtliche Anwesende kräftig mit einstimmten. " Daß er gerne Vorsitzender war, sich oft für den Verein einsetzte und sich in ihm wolfühlte, geht aus der Bemerkung in dem Bericht vom 19. Mai 1899 hervor; "Der Vorsitzende Pastor Oetken hat dem Verein ein Vereinssiegel geschenkt, welches mit Dank angenommen wurde. " Er blieb Vorsitzender bis zum 12. Juli 1903. Sein Name taucht noch einmal wieder auf in dem Versammlungsbericht vom 19. Juli 1908. Da heißt es; " Vortrag des Ehrenmitgliedes Herrn Pastor Oetken, Seefeld "Die Königinnenzucht". Der Vortrag war äußerst ausführlich und lehrreich und wurde dankbar aufgenommen. "

Als Nachfolger des 1. Vorsitzenden wurde am 12...Juli 1903 B. Folkers, Fuhlriege (bis- her 2. Vorsitzender), gewählt. Eine seiner ersten Äußerungen war, daß die Versammlungen wieder auf einen Sonntag verlegt wurden. Er blieb auch Vorsitzender als er nach Jever zog und wurde auf der Versammlung vom 7. Dezember 1913 wieder bestätigt. 1915 wurde sein Tod erwähnt.

Der erste Vorsitzende wurde nun Reinhard Folkers, Schenum. Als er am 30. April 1916 eingezogen wurde, vertrat ihn Messerschmied Hillers, Je ver. Am 19. Oktober 1919 begrüßte er herzlich den aus der Gefangenschaft heimgekehrten Reinhard Folkers, der seine Amtsgeschäfte wieder aufnahm. Es wurde beschlossen, die Imkerversammlungen an jedem 1. Montag im Monat abzuhalten.

Sein Nachfolger wurde 1927 der Landwirt Gerd Frerichs, Schoost, der es 50 Jahre lang blieb. Er war ein eifriger und tüchtiger Imker. Auch der berief regelmäßig Imkerversammlungen ein. Berichte aber über Inhalt und Verlauf ließ er nicht schriftlich festhalten. In einem Buch von 100 Seiten führte er jährlich alle Mitglieder auf und gab in 7 Spalten den Namen, Vornamen, Beruf, Ort, die Kästen, Körbe und den Beitrag an. Es folgte dann die Bilanz mit "Aktiva (Einnahme) und Passiva (Ausgabe)". Ab 1957 erlahmte seine Vereinstätigkeit. 20 Jahre lang gab es keinen Bericht mehr über Zusammenkünfte. Am 16. Juni 1977 erklärte er, aus Altersgründen aus dem aktiven Vorstand auszuscheiden. Er blieb aber immer noch Orts- wanderwart, "weil er über eine hervorragende Ortskenntnis verfügt. " Gerd Frerichs starb am 25. Dezember 1979.

Auf Einladung des Kreisvereins Wilhelmshaven-Friesland fand am 27. Juli 1977 eine Versammlung der Imker des Jeverlandes im kleinen Saal des Schützenhofes in Jever statt. Der Vorsitzende des Kreisvereins, Hans Tyedmers, leitete die Tagung. Zum 1. Vorsitzenden des Imkervereins Jeverland wurde durch Handzeichen einstimmig Arthur Rübsamen gewählt, der sich als einziger gestellt hatte. Er blieb es bis zum Ende des Jahres 1986, als er seinen Posten niederlegte. Mit Rübsamen begann ein neues Leben im Verein. Er war ein tüchtiger Imker, erteilte gerne gute Ratschläge und war allen Mitgliedern gegenüber stets hilfsbereit. Er erwarb sich als rühriger Vereinsleiter einen guten Namen. Unter seiner Leitung fanden fortan regelmäßig monatlich Versammlungen statt, zuerst in Jever, dann im Forsthaus Upjever.

Von 1886 bis 1924, also in 38 Jahren, wird von 126 Zusammenkünften berichtet, davon die meisten im Adler und im Schütting, die anderen abwechselnd in Dörfern des Jeverlandes, in: Heidmühle, Hohenkirchen, Sillenstede, Tettens, Sengwarden, 0ldorf, Friederikensiel, Sande, Waddewarden, Möns und in anderen kleineren Orten. Für die Imker ergaben sich oft weite Wege, die durch das ganze Jeverland mit dem Fahrrad zurückgelegt werden mußten.

Interessant waren jedesmal die Wanderveranstaltungen. Von den vielen Standbesichtigungen seien folgende erwähnt:

Die Besichtigung des Bienenstandes des Lehrers Reents in Uttel am 7. Juli 1899 "geschah von den anwesenden Imkern mit großem Interesse. Bei Eröffnung der Versammlung wurde Herrn Reents ein öffentlicher Dank durch Erheben von den Sitzen dargebracht. "

-Am 21. Juli 1912 wurde der Bienenstand "des Herrn von Thünen in GotteIs besichtigt. Der große, neu an schöner Stelle angelegte Bienenstand, hauptsächlich auf Korbimkerei eingerichtet, wurde von den zahlreich Erschienenen allgemein be- wundert. Der Bienenstand enthielt neben 3 freistehenden, mit einem Dach versehenen Albertikästen mit hohem Honigraum, einen Beobachtungsstock und neben einigen Amerikanern mehrere gute Bogenstülper. Unter den Korbvölkern, die die größte Mehrheit bildeten, waren viele von guter, zum Teil hervorragender Qualität. "

-Am 5. Juli 1919 fand "eine eingehende Besichtigung des Bienenstandes Rentier Kruse (in Wittmund) statt; die Teilnehmer hatten vollauf Gelegenheit, auf dem großen und vorzüglich geleiteten Bienenstande viel Interessantes und Lehrreiches zu sehen. Mit einer festlichen Bewirtung durch den Besitzer fand die Besichtigung und damit die Wanderversammlung ihren angenehmen Abschluß. "

-Nun ist lange Zeit keine Rede von Besichtigungen von Bienenständen. Erst am 24. August 1981 hatten sich 16 Imker bei Familie Becker in Addernhausen eingefunden zur Besichtigung der Waldstände. Bei schlechtem Wetter dauerte es einige Stunden, da die Bienenstöcke weit auseinander lagen. Gastfreundlich aufgenommen, blieben alle Teilnehmer im Anschluß noch einige Stunden.

-Bei herrlichem Wetter wurde ein Jahr später, am 18. September 1982, eine Besichtigung der Bienenstände des Imkers Rübsamen im Forst Upjever durchgeführt.

-Nach mehreren Standbesichtigungen im Forst Upjever folgte am 17. Mai 1985 der interessante Besuch bei Imkermeister Golz, der damals 180 Völker nebenberuflich betreute.

Über die Zahlen der Mitglieder gibt es in den verschiedenen Jahren recht unter- schiedliche Angaben. Kurz nach der Gründung dürften es etwa 20 gewesen sein. Als am 7. Juni 1896 der Verein unter der Leitung von Pastor Oetken zum ersten mal zusammentraf, "erklärten 17 Herren sofort ihren Beitritt". Schon auf der nächsten Versammlung am 27. September, kamen 9 Personen dazu (u. a. auch der Landwirt Reinhard Folkers in Schenum, der in der Folge noch oft genannt wird: als Delegierter, Geschäftsführer, Schriftführer, Kassenführer, stellvertretender Vorsitzender und zuletzt als 1. Vorsitzender bis zu seinem Tode im Jahre 1927). Fortan wurden auf jeder Versammlung Neuzugänge gemeldet aber kaum Abgänge durch Tod oder Austritt. Am 14. April 1921 hieß es: ,,94 Mitglieder, eine Zahl, die bisher nicht erreicht wurde. " Im Jahre 1914 betrug die Mitgliederzahl 77, ging dann aber durch den Ausbruch des Krieges auf 57 zurück. Zu diesem Zeitpunkt standen im Bereich des Vereins 601 Bienenvölker in Kästen und 279 in Körben. Am Ende des Jahres 1986 zählte der Verein 34 Mitglieder mit 213 Standvölkern.

Die Zahl der Versammlungsteilnehmer lag etwa zwischen 15 und 50.

Die Beschaffung von Zucker hat sie immer besonders beschäftigt. Am 8. Juni 1900 beschloß man den gemeinschaftlichen Einkauf, "auch die Inverbindungsetzung mit einigen soliden Kaufleuten. " Besonders schwierig gestaltete sich die Lieferung von Zucker in Krisenzeiten. "Wegen Zuckerversorgung war ein Schreiben (im Oktober 1922) von Herrn v. Oven, Osternburg, eingegangen, in dem angekündigt wird, daß demnächst eine kleine Menge Zucker zur Verteilung kommen wird und zwar höchstwahrscheinlich 2 !121(, zum Preise von etwa 50 M pro Pfund., berechnet nach der alten $tockzahl. " Daraufhin verhandelte man über gemeinschaftlichen Zuckerbezug. Der Verein hatte von "der Marburger Genossenschaft eine zusagende Offerte bekommen. " Die anwesenden 45 Imker beschlossen von dem Angebot trotz des überhöhten Preises Gebrauch zu machen und bestellten einen Waggon mit 20.000 Pfund.

Die Reichszuckerstelle bewilligte nur auf Antrag geringe Mengen für die im Frühjahr gemeldeten Völker und verlangte von den Beziehern die Ablieferung von Honig.

Von 1924 an normalisierte sich der Zuckermarkt. Eine Firma aus Hannover und auch die Hannoversche Zentralgenossenschaft boten an. Beide Angebote wurden indes für zu hoch gehalten. Man beschloß von der Bäckereinkaufsgenossenschaft in 0ldenburg zu beziehen.

Nicht nur Honig sollte zwangsweise abgeliefert werden. Im Oktober 1920 hatten sich alle Imker des Jeverlandes an der "Feindbundlieferung" zu beteiligen. Körbe mit le- benden Bienen erhielten die Länder: Frankreich, Belgien und England. Die Bienensammelstelle lag in Hannover. Am 12. Oktober wurden an der Bahn in Jever 186 KÖr- be angeliefert, gewogen und in zwei Waggon verladen, zu 120 bzw. 66 Körben. Der Transport rollte gegen 1 Uhr mittags ab und kam am anderen Tage gegen 11 Uhr auf der Sammelstelle in Hannover an. Wenn auch das angeforderte Gewicht nicht in jedem Falle erreich.t und beanstandet wurde, so sprachen sich die Empfänger lobend über die gute Überlieferung aus, denn "bislang sei noch kein Transport dort angekommen, bei dem alles so glatt in Ordnung gewesen sei. "

In den Anfangszeiten bereitete den Imkern der Absatz von Honig sorge. Die Konkurrenz machte zu schaffen. Man fürchtete den geschäftlichen Gegner aus Holland. So sollte fm Jahre 1900 dem "Centralverein" in Hannover vorgebracht werden, "daß aus Holland so viel Honig unter dem Deckmantel als lebende Bienen zollfrei eingeführt wird. "

Auch der Vertrieb von Kunsthonig wurde mißtrauisch betrachtet und energisch bekämpft. Wie sehr sich die Imker um den Absatz von echtem Bienenhonig sorgten, zeigt ein Vortrag des 1. Vorsitzenden am 29. August 1899 über Kunsthonig und dessen Bekämpfung. In der Debatte, die darauf folgte, wurde einstimmig beschlossen, sich an den "Centralverein" zu wenden, "welcher gebeten werde, an den Reichstag eine Pedition einzureichen mit der Bitte um Schutz für den ehrlichen Imker gegen diesen Schwindel. " Der Vorsitzende führte sogar einen Prozeß gegen den Kunsthonigfabrikanten Winkelmann in Visselhövede. Er machte der Versammlung am 15. Mai 1900 "die freudige Mitteilung, daß er seinen Prozeß gewonnen habe, welches von der ganzen Versammlung mit großer Freude aufgenommen wurde, da ein jedes Mitglied sich in dieser unangenehmen Sache mit seinem Vorstand solidarisch fühlte. "

Um Honig zu einer verkaufsfähigen Ware vermarkten zu können, machte man sich seit der Gründung des Vereins Gedanken, z. B. "Wie soll der Honig vermarktet werden, ob ausgebrochen und in Fässern verpackt oder reinen Honig?" Am 29. November

1896 wurde erwogen, eine gemeinschaftliche "Ausmache- und Verkaufsstelle in Jever" einzurichten. Zunächst sollte der "Drostsche Stall mit Waschküche in Jever in Aussicht genommen werden. " "Da sich herausstellte, daß der in Aussicht genommene Stall nicht zu haben war, wurde die Schiersche Pottbackerei am Pannewarf ins Auge gefaßt und der Vorsitzende sowie Hillers zur Besichtigung und anschließender Verhandlung beauftragt. " Der Plan glückte. Frau Schnier sollte 10 % des Umsatzes, der in ihrem Geschäft als Kleinverkauf stattfand, erhalten. So wurde ihr im Jahre 1904 zugestanden. 1914 hieß es: "Diese Unternehmung, die bereits seit 18 Jahren segens- reich sowohl für die Imker als auch für die Konsumenten, denen an echtem reinen Honig gelegen ist, gewirkt hat, auch in diesem Jahre in Tätigkeit treten zu lassen. "

Die Imker hatten im Herbst ihre Körbe abzuliefern, kenntlich gemacht. Die Honigprei- se setzte der "Centralverein" 1898 so fest: "Seim- und Preßhonig 70-.B , Leckhonig 90,,-3 , Scheiben- und Schleuderhonig 1, 10 M pro 'lt' ."

Die Preise stiegen mit der Zeit geringfügig an. Am 30. August 1914 beschlossen die Mitglieder des Vereins einstimmig, die Preise "in Rücksicht der Kriegsnot um 20 -03 bzw. 10--3 für das Pfund zu senken. Scheibenhonig, der seit 4 Jahren 1,20 M kostete, kostetletzt 1,00 M, Schleuder- und Leckhonig statt 1,10 Mletzt 1 M"

"Es wurde (auch) einstimmig beschlossen, dem Roten Kreuz für 300 M Honig erster Sorte zu überweisen. " Da die Zahl der Mitglieder, die an die Genossenschaft liefern etwas kleiner ist als die Zahl der Vereinsmitglieder, um nun alle gleichmäßig zur Aufbringung der 300 M heranzuziehen, den Vereinsbeitrag in diesem Jahre von 3 M auf 8 M zu erhöhen. '1

In der Inflationszeit liefen die Preise davon. Es wurde im Oktober 1923 empfohlen "Imkerprodukte" nur noch nach Goldmark zu verkaufen. "Auslandshonig kostet im Großhandel z. z. 54 Goldpfennig. Für Wachs wird z. z. 1,60 bis 1,70 Goldmark zu erzielen sein pro Kilo". Am 7. September 1924 setzte man die Honigpreise für die Genossenschaft wie folgt fest: , , Scheiben- und Schleuderhonig auf 1,80 M pro Pfund, kaltgepreßter Honig auf 1,50 M".

Früher wurde ausschließlich in Körbe geimkert. Besonderer Wert wurde dabei auf frühe Schwärme gelegt. 1887 11 wurde dem Landmann Lauts zu Wehlens, der am 28. Mai den ersten Schwarm erhielt, der Preis, bestehend in einem Schmoker, eingehändigt".

Am 27. September 1896 " wurde vom Vorsitzenden der dathesche (unleserlich) Rauchapparat in Thätigkeit vorgeführt, der das vollkommenste und für Raucher wie besonders Nichtraucher empfehlenswerteste und praktischste Rauchinstrument sei".

Über die Weite und Höhe der Bienenkörbe beschloß man am 28. November 1887, "daß die innere Weite 28 cm, die Höhe 13 Wälle a 5 cm sein solle, so daß der ganze Korb dann eine äußere Höhe von 37 cm erhalten würde. Die Höhe des Flugloches soll zwischen dem 9. und 10. Walle angebracht werden und soll 9 cm breit sein. Die Höhe der Untersätze soll 3 Wälle sein. Der Korbmacher habe das Rohr vom Verein zu kaufen".

Um einen Bienenstich zu verhindern, teilte der Imkerkollege Zunken 1905 ein Mittel mit. "Man nimmt 40 g reine Karbolsäure, 40 g Glyzerin in 1 l Wasser. "

Am 20. März 1900 wurde vorgeschlagen: I'Zur Invertierung ist es zweckmäßig, auf je 1 '[I: Zucker 1 Gramm Weinsteinsäure zuzusetzen. "

Als sich allmählich die "Mobilzucht" also die Kastenimkerei durchsetzte, sorgten sich etwa zur gleichen Zeit die Imker um die Bienenweide. Die immer intensiver betriebene Bodennutzung und der dadurch verursachte enorme Verlust an Honigpflanzen, verschuldete in erster Linie den Rückgang der Bienenzucht. Er sollte durch umfangreiches Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern, die Nektar liefern, aufgefangen werden. So wurden in ei- nem Bericht von 1914 die Gemeinden des Jeverlandes aufgefordert, Wege und Straßenränder mit Bienengehölzen zu bepflanzen.

Sorgen bereitete auch der leichtfertige Umgang mit Gift, das an Wegen, Feldwiesen und in Hausgärten achtlos versprüht wurde. Immer wieder wies auch der Vorsitzende des Vereins A. Rübsamen darauf hin, darauf zu achten, daß bienengefährliche Pestizide nicht in die Blüte gespritzt werden dürfen. Dieses Verbot schließt blühende Unkräuter nicht aus. Die Unkenntnis vieler Kleinimker und Kleingärtner, ließe eine nicht sachgemäße Anwendung befürchten. Die Vernichtung einer großen Zahl von Honigbienen sei dann die Folge.

Für den Aufschwung des Vereins hat Rübsamen viel Arbeit geleistet. Fast auf allen Zusammenkünften hielt er zeitgemäße Vorträge. Sie fanden zuerst im Schützenhof statt, dann im Blumenkohl, vom 15. Mai 1979 an in der Berufsschule und vom 12. August 1983 ab im Forsthaus Upjever. Besonders in der Berufsschule nutzte Rübsamen die Gelegenheit, seine eigenen Dias zu zeigen. Dabei konnte man seine um- fangreichen botanischen Kenntnisse bewundern. Themen seiner Lichtbildervorträge hießen u. a.: Garten im Frühling mit reichlichem Angebot von Frühblühern, Ein- und zweijährige Stauden, Blumenblüte in Garten und Wald, Sommertracht-Pflanzen, Blumen und Gräser aus dem jeverschen Forst, Pflanzen unserer Heimat, Heimische Insekten, Trachtpflanzen unserer Heimat, Waldstauden.

Darüber hinaus war Hans Tyedmers bemüht, interessante Filme vorzuführen. Dazu gehörten: Die Honigbiene, Imker bei der Arbeit, Tiere in der Agrarlandschaft, Wechselwirkung von Schad- u. Nutzinsekten, Königinnenzucht, Heideimkerei, Varroatose.

Als Kreisvorsitzender sorgte er auch für Verbindungen mit dem Imkerverein Wilhelmshaven. Auf der Kreisimkerversammlung in Wilhelmshaven am 2. Mai 1979 übergab er einige Fachbücher und legte damit den Grundstock zu einer Bücherei.

Zu keiner Zeit wurde so viel Öffentlichkeitsarbeit getrieben wie in den letzten Jahren. Am Sonntag, dem 27. Juli 1982 feierte man in Schortens den Kramermarkt mit einem Festumzug. Neben vielen anderen Vereinen stellte auch der Imkerverein einen Fest- wagen, der mit viel Liebe und Geschick ausgeschmückt wurde.

An dem Umzug des Schützenvereins in Jever zu seinem 200jährigen Bestehen am 20. Juli 1986 nahm auch der Imkerverein teil. Er f'eigte seinen Festwagen 100 Jahre Imkerverein Jeverland. .

Viel Mühe gab sich der Verein auch mit Ausstellungen. Anlaß dazu gaben die Brüllmärkte in Je ver. Er zeigte Geräte, die in der Imkerei gebraucht werden, Körbe, Kästen und einen Schaukasten. Viel Beachtung fanden die Verkaufsstände. Im Jahre 1984 zählte man etwa 2000 und 1985 sogar 2500 Besucher. Lobend erwähnt wurden für die geschmackvolle Ausrichtung und die Betreuung vor allem die Imker Becker und Mühling.

Die Namen Becker, Mühling und Tyedmers tauchten auch immer wieder auf, wenn es darum ging, Vereinsfestlichkeiten zu gestalten. Sie scheuten keine Mühe, um es den Gästen angenehm zu machen. Gelegenheit dazu boten die vielen Adventsfeiern, die beiden Kohlessen am 10. Februar 1984 und am 8. März 1985 und die Grillabende, von denen einer nach einer Waldbegehung mit dem Oberförster sich bis in die Nacht hinein ausdehnte. Hervorzuheben sind die schmucken Einladungskarten- entworfen und ausgeführt von der Familie Becker.

In letzter Zeit bereitet den Imkern die Varroaseuche viel Sorge, die nun auf den Versammlungen zum Ausdruck kam. Am 7. Dezember 1979 hielt der Landesvorsitzende Hermann Juilfs aus Esens einen umfassenden Vortrag über das Auftreten der Varroamilbe, der als Filmvorführung am 1. Februar 1980 in Wilhelmshaven die Gefahren noch mehr verdeutlichte. Im selben Jahre begann die Schulung der Seuchenwarte, zunächst in Ogenbargen, dann in Oldenburg. Um die hiesigen Bienenvölker nicht zu gefährden, mußten bei der sommerlichen Wanderung alle Völker gemeldet werden und ab 1981 wurden alle Wanderstände verschärft überwacht.

Am 17. April 1984 wurde die Varroatose zum ersten mal in Friederikenvorwerk amtlich festgestellt. Inzwischen ist sie auf fast allen Ständen des Jeverlandes ausgebrochen. Zur Bekämpfung der Seuche stellt A. Rübsamen am 14. Februar 1986 ein neues Mittel vor. Perizin soll den Milbenbefall eindämmen. Der Veterinärdirektor Dr. Hans- Dieter Zander erklärte auf der Kreisversammlung in Je ver, der Kreis sei bereit, die Kosten für eine einmalige Behandlung aller Bienenvölker mit Perizin zu übernehmen.

Die Vereinsarbeit läuft weiter.

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